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Die Katzensprechstunde - was hat es damit auf sich?

Oft werden wir gefragt, ob Katzen zu uns nur am Mittwoch Nachmittag kommen dürfen.
Dieses Missverständnis verlangt nach Aufklärung:
Das ist nicht der Fall. Aber am Mittwoch Nachmittag dürfen nur Katzen, keine Hunde, zu einer eigens für die sensiblen Samtpfoten eingerichteten Terminsprechstunde in ruhiger Atmosphäre kommen. Planbare Termine, wie z.B. Impfungen oder Blutentnahmen, können so ohne störendes lautes Hundegebell und Hektik durchgeführt werden.

Der Hintergrund: Katzen sind extrem stressgefährdete Tiere. Jeder Katzenbesitzer weiß, dass der Besuch beim Tierarzt für seine Katze Stress bedeutet. Oft bedeutet schon der Transport im Katzenkorb, die Fahrt im Auto so viel Stress für die Katze, dass sie sich beim Tierarzt kaum noch untersuchen lässt. Oft versuchen Katzenbesitzer daher, häufigere Tierarztbesuche zu vermeiden. Das ist auch nicht im Sinne der Katzengesundheit, weil Katzen Meister im Verschleiern von Symptomen sind. Oft leiden sie daher lange still unbemerkt, z.B. an schweren schmerzhaften Zahnfleischentzündungen etc.

Die Initiative "cat friendly clinic" der isfm (international Society of Feline Medicine) versucht durch bestimmte Maßnahmen, den Stress der Katze beim Tierarztbesuch zu reduzieren.

Eigene ruhige Terminzeiten nur für Katzen, die unter Stress besonders scharfe Sinne haben, also Geräusche lauter hören als sonst, Gerüche stärker riechen als sonst, sind ein Ansatz, um den Stress der Katzen beim Tierarzt zu reduzieren.



Weitere Tipps:

Das Training fängt zuhause an. Gewöhnen Sie Ihre Katze an den Katzenkorb, indem Sie ihn nicht nur hervorholen, wenn es zum Tierarzt geht.
Lassen Sie ihn von klein auf immer offen in der Wohnung stehen und machen sie ihn zu einem kuscheligen Rückzugsraum für Katzen. Viele Katzen lieben es, sich in Kartons etc zu verstecken. Auch der Katzenkorb kann zu einem Hort der Sicherheit werden, wenn er richtig eingesetzt wird. Bieten Sie Leckerlis oder Futter im Korb an, wenn Ihre Katze zunächst mit dem Korb fremdelt. Auch das Wohlfühl-Pheromon in Feliway-Sprays kann eingesetzt werden, um den Korb für die Katze angenehm zu machen.

Der Transport: Hat sich Ihre Katze an den Korb gewöhnt, dann tragen Sie sie zunächst vorsichtig waagrecht (nicht schwenken!) kurze Strecken damit herum, z.B. in der Wohnung von A nach B. Stellen Sie den Korb nicht am Boden ab, sondern möglichst neben sich, z.B. auf dem Stuhl oder auf dem Sofa. Reden Sie beruhigend mit Ihrer Katze, wenn Sie merken, dass sie Angst hat.
Katzen fühlen sich sicherer, wenn sie erhöhte Positionen einnehmen können. Die Position am Boden gibt ihnen ein Gefühl der Verwundbarkeit und Unsicherheit.

Katzen, die sich soweit an den Korb gewöhnt haben, können auf kurze Strecken im Auto mitgenommen werden. Sehen Sie zu, dass die Bezugsperson der Katze möglichst neben dem Korb sitzt und beruhigend mit der Katze spricht. Ihre Katze sollte Sie sehen, hören und riechen können. Versuchen Sie selbst nicht zu aufgeregt zu sein, denn Ihre Katze spürt das auch. Lassen Sie Ihre Katze anschließend in vertrauter Umgebung wieder aussteigen.
So kann Ihre Katze lernen, dass der Transport im Katzenkorb nicht unbedingt etwas schlimmes sein muss. Katzen sind auch sehr neugierig und abenteuerlustig. Vielleicht sieht die ein oder andere Katze den Transport im Korb so als interessante Abwechslung zum Alltag. Meine Katze jedenfalls tut es!



Beim Tierarzt im Wartezimmer: Stellen Sie den Katzenkorb auf einen Stuhl oder auf eine Bank neben sich, nicht auf den Boden. Vermeiden Sie zu große Nähe oder Sichtkontakt zu anderen Tieren. Wenn andere Katzen oder sonstige Tiere im Wartezimmer sind, dann hilft ein über den Korb gelegtes Handtuch als Sichtbarriere und als Schutz vor Tröpfcheninfektionen durch Niesen. Sie können dieses Handtuch auch zuvor mit Feliway einsprühen, um hier ein Entspannungs- und Wohlfühl-Pheromon in die Nase der Katze zu bringen.

Im Behandlungszimmer: Die Katze muss sich zunächst orientieren, sie weiß nicht, wo sie ist. Geben Sie ihr Zeit und versuchen Sie ruhig und eher leise zu sprechen. In Stress-Situationen hören Katzen alle Geräusche noch einmal um ein Vielfaches lauter, dabei haben sie ohnehin schon ein viel besseres Gehör als wir Menschen. Der auf dem Tisch abgestellte Korb sollte möglichst im Ganzen (oberes Teil abnehmbar) zu öffnen sein, damit man die Katze sanft und ohne Zerren herausholen kann. Sitzt die Katze auf dem Tisch, braucht sie etwas Zeit, um sich zu orientieren. Geben Sie ihr als Besitzer Halt (halten Sie sie auf dem Tisch auf sanfte Art und Weise) und streicheln sie; oft suchen die Katzen in dieser Situation bei ihrer Bezugsperson Schutz.
Katzen mögen es nicht, wenn sie an den Pfoten gegriffen werden oder viel herum geschoben und gezogen werden. Daher versuchen wir die Untersuchung möglichst kurz und angenehm für die Katze zu gestalten, damit sie nicht sauer wird. Die Kooperativität der Katze zu erhalten ist essentiell für den Tierarzt.

Gleichzeitig muss man immer (sowohl als Tierarzt als auch als Besitzer) auf die eigene Sicherheit bedacht sein und daran denken, dass Katzenbisse sehr gefährlich sein können.

Durch Stress-vermeidendes Handling kann der Einsatz von Zwangsmaßnahmen wie Nackengriff oder Katzentasche aber häufig sehr stark reduziert werden, diese kommen nur bei besonderen Anforderungen zum Einsatz.

Ist die Katze extrem gestresst und lässt sich nicht untersuchen, obwohl wir alles richtig gemacht haben beim Handling, dann muss in machen Fällen auch eine Sedierung (Beruhigungsspritze) zum Einsatz kommen, wenn besondere Diagnostik zwingend erforderlich ist und diese anders nicht durchgeführt werden kann. Dafür muss die Katze aber zuvor mind. 8 Stunden nüchtern sein und anschließend das Aufwachen überwacht werden.
Dies ist nur mit besonderer Vorbereitung und Planung möglich. Solche Termine finden bei uns meist am Vormittag statt.

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